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10.08.2009 / 15:55 | News
Erklärung zum Bundeswehr-Gelöbnis auf dem Münchner Marienplatz am 30. Juli 2009
    Bild wurde überspielt von: Maria Ernst
Kriege haben noch nie Frieden gebracht - auch mit Sicherheit nicht der Afghanistan-Krieg, bei dem Bundeswehr-Soldaten seit Jahren "unsere Freiheit am Hindukusch" verteidigen. Dass der anfangs sicherlich gut gemeinte durchaus humanitär akzentuierte Militäreinsatz mit starken Marlboro-light-Abenteuer-Elementen immer blutiger, und zwar nicht nur für die unschuldigen Zivilisten, sondern für unsere Soldaten wird, kann eigentlich nicht wirklich verwundern.

Verwundern kann nur eine von vorne herein völlig aussichtslose Strategie, ein weitgehend noch unwegsames Gebirgsland mit sehr unterschiedlichen Stämmen von der doppelten Größe Deutschlands mit noch nicht einmal 60.000 Soldaten mit primär militärischen Mitteln befrieden zu wollen (zur Erinnerung: das haben in Vietnam bekanntlich noch nicht einmal 500.000 Soldaten geschafft).

Verwundern kann weiterhin nur, dass wir offenkundig immer tiefer in einen Konflikt hineingezogen werden, in dem es bisher vor allem gelungen ist, inzwischen die große Bevölkerungsmehrheit wegen der immer weiter wachsenden Zahl ziviler Opfer als Folge von angeblich "punktgenauen Luftschlägen" gegen alle ausländischen und damit auch gegen die deutschen Soldaten aufzubringen, die nicht mehr als Befreier, sondern als Besatzer, die vertrieben und getötet werden müssen, angesehen werden.

Im Übrigen sollte ein Blick in die Bergpredigt, in der das extrem herausfordernde Gebot der Feindesliebe einen hohen Stellenwert hat, und in das glücklicherweise immer noch für uns als oberste Rechtsnorm existierende Grundgesetz, in dem Angriffskriege verboten und die Bundeswehr in erster Linie zur Verteidigung der Landesgrenzen konzipiert gewesen ist, die unter jeden Blickpunkt fragwürdige Militarisierung unserer Gesellschaft im Äußeren und im Inneren radikal kritisch beleuchten.

In dieser Situation kann es nur als eine Provokation der leider sehr fragilen Zivilgesellschaft angesehen werden, dass inzwischen auch in München, der Hauptstadt der Bewegung eine militärische Gelöbniszeremonie im Herzen der Stadt am 30. Juli um 14.00 Uhr stattfinden soll.

Wir sehen dies als ein völlig falsches Signal an und werden in jedem Fall zum x-ten Mal unser Transparent hochhalten, auf dem unser chronisch aktueller Text "Keine Sicherheit ohne Gerechtigkeit: Jeder Krieg ist ein Verbrechen" zu lesen sein wird. Wir haben in einer unserer letzten Info-mails auf das erschütternde Missverhältnis zwischen militärischen und zivilen Ausgaben hingewiesen, ein deutliches Zeichen dafür, wie krank unsere Gesellschaft und wie wenig krankheitseinsichtig unsere Gesellschaft geworden ist.

Wir können diese Prozesse nur mit großer Wachsamkeit wahrnehmen und ihnen mit entschlossenem Widerstand begegnen - und erinnern uns gerne an unser hoch geschätztes, vor nunmehr 15 Jahren verstorbenes Ehren-Mitglied Robert Jungk, der einen Vortrag bei uns unter das Motto stellte "Widerstand macht gesund!".

Bernhard Fricke
Vorsitzender David gegen Goliath e.V.

von: Maria Ernst

www.davidgegengoliath.de
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