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14.03.2012 / 18:53 | Veröffentlichungen
Weihnachtsbrief 2011

Wenn keiner ja sagt, sollt Ihr`s sagen,
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
wo alle spotten, spottet nicht,
wo alle geizen, wagt zu schenken,
wo alles dunkel ist, macht Licht!
Lothar Zenetti

Brief zum Herunterladen

Liebe Davids,....

…“immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt ein kleines Lichtlein her“ und „es kommt darauf an, das Hoffen zu wagen…“ - Dieses Duett der Hoffnung aus der Verbindung einer alten Volksweisheit und Ernst Bloch steht als Davids-Ouvertüre zum Weihnachtsbrief 2011.

Eine Ausgestaltung dieser Hoffnung konnten wir beim „Wunder im Chiemgau“, bei dem wir mitwirken durften, vor kurzem unmittelbar miterleben. Nur 8 km von der Sonnen-Arche entfernt, sollte schon An-fang Feb¬ruar unmittelbar am Rande eines der ältesten bayerischen Naturschutzgebiete nach Erdgas ge-bohrt werden. Als die Bevölkerung von den Gas-Goliaths informiert wurde, war der Genehmigungsantrag schon vor drei Wochen gestellt worden.

Das Genehmigungsverfahren läuft im Rahmen des Berg-Rechts, eines der un-demokratischsten und bür-gerfeindlichsten Gesetze aus Kriegs- und Krisenzeiten, bei dem es so gut wie keine Mitwirkungsmöglich-keiten für Gemeinden und Bürger gibt.

Bei der Informationsveranstaltung der RAG Austria, bei der das Erdgasprojekt nach den Intentionen der Betreiber unter Verharmlosung jeglicher Gefahren durch gewunken werden sollte, entstand aufgrund einer ganz spezielle Gruppendynamik eine Woge konzentrierten Bürgerzorns, die alle Kanalisierungsver-suche wegspülte. Das führte dazu, dass sich die Vertreter von RAG Austria eher der Not als der Tugend gehorchend darauf eingelassen haben, das schon geschlossenen Entscheidungs-Tor wieder zu öffnen und die Bürgerinnen und Bürger zu bitten, sich an der Suche alternativer Standorte an weniger sensiblen
Plätzen zu beteiligen. Als logische Konsequenz dieser Entwicklung wurde erstmals in der Geschichte des bayerischen Bergamtes ein bereits angelaufenes Genehmigungsverfahren, in dem bisher in 99% aller Fälle die gestellten Anträge positiv beschieden wurden, ausgesetzt: Die Mega-Maschine wurde durch konkretes Tun und durch den Segen des Allerhöchsten vorübergehend gestoppt.

Eine Wende, ein Etappensieg, mit dem keiner rechnen konnte. Das macht Mut, das gibt Hoffnung für anstehende, dringend notwendige ökonomische, ökologische und soziale Veränderungen zur Rettung und Heilung unserer Erde, auch wenn die Wachstums-Goliaths und Mammonisten diesen Wandel mit allen Mitteln bekämpfen werden, weil sie ihre Macht bedroht sehen.

Wie Menschen zu Hoffnungsträgern, zu Aufweckern einer vor sich hin schlummernden, in egoistischen Bedürfnissen von Macht und Geld, Vergnügen und Sex verstrickten Menschheit werden können, zeigt das Beispiel eines deutschen U-Boot-Kommandanten im 2. Weltkrieg. Der gleiche Kommandant, der für die erfolgreiche Versenkung des Passagier-und Gefangenenschiffes „Laconia“ später mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde, wurde durch den Ruf seines Gewissens nur wenige Augenblicke später vom Zerstörer zum Retter. In einer beispiellosen Aktion trug er bei zur Rettung von über 1000 Schiffbrüchigen, in dem er sie mit Wasser, Nahrung, Kleidung und Medikamenten versorgte und unter höchster Lebensgefahr sogar alliierte Rettungsschiffe herbei rief.

Und ganz aktuell reihen sich in die Tradition Mut machender Hoffnungs-träger vier ältere Bauern aus dem Wendland ein, die sich für 12 Stunden an die Bahngleise anketteten und so die tödliche Castoren-Fracht unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit als Zeichen des Widerstandes um Stunden aufgehalten und einen Raum zur notwen-digen Besinnung geschaffen haben.

Und zum Schluss soll auch noch eine Mut machende Hoffnungsträgerin aus der Gruppe der Sonnen-Arche-Tiere erwähnt werden: Cloudi, eine vier-jährige Schafspersönlichkeit leidet seit 2 Jahren an einer, durch eine seltene Infektion bedingten, Arthrose beider Vorderbeine und kann sich nahezu nicht mehr bewegen. Das ist für ein Schaf, das als Herdentier den Kontakt mit seinen Artgenossen dringend braucht, ein sehr hartes, kaum zu ertragendes Schicksal. Aber Cloudi hat die Herausforderung dieses einge-schränkten Lebens angenommen: Sie strahlt jeden Besucher mit ihren leuchtenden Knopfaugen und hoch gerecktem Hals freudig an und lässt so gar kein Unbehagen über ihre sehr eingeschränkte Lebenssi-tuation aufkommen. Sie hat ihr Leiden in unglaublicher Weise transformiert und ist durch ihre eher noch gestärkte Persönlichkeit zu einem Mut machenden Hoffnungsträger für viele Besucher der Sonnen-Arche geworden.

Ansonsten haben wir auch im vergangenen Jahr, dem 25. Jahr unseres Bestehens, mit unseren Aktionen, wie bisher, gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufgezeigt und positive Strömungen unterstützt.

Erschreckend ist, wie rasch der atomare GAU von Fukushima völlig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist - ähnlich, wie es mit dem Öl-GAU im Golf von Mexiko im Jahr zuvor der Fall war.

Zwar hat die japanische Atomkatastrophe zu einer entscheidenden Kurskorrektur der deutschen Energiepolitik geführt, wodurch der Atom-Ausstieg gesetzlich festgeschrieben wurde, aber immer noch werden bei uns acht Atomkraftwerke noch jahrelang in Betrieb bleiben und Unmengen von Atommüll produzieren, für die es weltweit kein Endlager gibt.

Leider muss festgestellt werden, dass die Diskussion über eine umweltverträgliche Energiewende viel zu wenig im Zusammenhang mit der immer bedrohlicher werdenden Klima-Katastrophe geführt worden ist. Die zu niedrig angesetzten Klimaziele sind zu meist nicht erreicht worden. Dies wird nur möglich sein, wenn alle regenerativen Energien, vor allem die Solarenergie, in vergleichbarem Maße öffentlich geför-

dert wird, wie dies bei der Atomenergie gewesen ist. Aber das Gegenteil ist der Fall: Öffentliche Gelder zur Förderung der Solarenergie werden gekürzt statt erhöht.

Dafür steht unbegrenzt das Geld der Steuerzahler in Milliardenhöhe zum Stopfen von immer neuen, durch die Finanz- und Eurokrise aufgerissenen Löchern zur Verfügung.

Offenkundig ist die etablierte Politik, von massiven Lobby-Interessen bedrängt, nicht mehr zu einem effektiven Krisenmanagement in der Lage. Das Ansehen der Politiker ist niedrig wie nie zuvor und die Vertrauensverluste werden immer größer. Das hat aber den positiven Effekt, dass immer mehr Wut- und Mut-Bürger in Erscheinung treten und aktiv durch vielfältige, kreative und effektive Aktionen die verkrusteten politischen Systeme aufbrechen und einen entscheidenden Bewusstseinswandel einleiten.

Angesichts von Finanzkrise, Umweltzerstörungen, Hungersnöten und Kriegsgeschrei könnte man manchmal den Mut verlieren und in Resignation verfallen. Das darf unter keinen Umständen passieren und deshalb haben wir genau zum Weihnachtsfest 2011 diesen Mut machenden und Hoffnung gebenden Brief geschrieben.

Wir laden Sie jetzt und In Zukunft ein, mit uns gemeinsam den Davids-Weg der kleinen Schritte mit großer Perspektive zu gehen, mit zielgerichtetem Blick auf eine liebevollere, gerechtere und barmher-zigere Welt, die wir nie aus den Augen verlieren dürfen.

In diesem Sinne gesegnete und fröhliche Weihnachten und ein glückliches und gesundes
Neues Jahr 2012,

Ihr/Euer

Bernhard Fricke

Vorsitzender David gegen Goliath e.V.

PS: Gerne laden wir zu Entspannungs- und Aktivurlaub in angenehmen Zimmern in schönster und ruhiger Umgebung, Praktika mit Tieren und Pflanzen, Familien- und Freundesfeiern zu besonderen Anlässen in die Sonnen-Arche ein.

Veranstaltungshinweis:
„Christmas Gospel“: Weihnachtskonzert in der Sonnen-Arche: Samstag, 17.12.2011, 18.00 Uhr
(bitte auch aktuelle Termine auf unserer Internetseite www.davidgegengoliath.de beachten)

Und noch einige Buch-/ CD-Empfehlungen zum Weihnachtsfest:
-Erhard Eppler, Eine solidarische Leistungsgesellschaft: Epochen-wechsel nach der Blamage der Marktradikalen, Dietz Verlag J.H.W. Nachf, ISBN: 3801204227
-Dr. Ruediger Dahlke, Peace Food, Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt, Gräfe & Unzer, ISBN 978-3-8338-2286-5
-Teresa Taddonio, Die Kkraft des Gewissens, Michaels Verlag, ISBN 978-3-89539-485-0 (Vorwort: B. Fricke)
-Hubert Maria Dietrich: CD "leise TÖNE"
-Konstantin Wecker: CD „Wut und Zärtlichkeit“

Um unsere Aktionsfähigkeit und Unabhängigkeit auch in Zukunft zu erhalten, bitten wir um (steuerlich abzugsfähige) Spenden, gerne auch aus Geburtstags- und Hochzeitsfeiern und Erbschaften.

von: Maria Ernst

www.davidgegengoliath.de
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