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23.04.2012 / 17:53 | Veröffentlichungen
Brief zum 26. Tschernobyl-Jahrestag am 26.4.2012

Das Gedächtnis der Menschheit
für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.
Ihre Vorstellungsgabe für kommende
Leiden ist fast noch geringer.
Bert Brecht

Sei Du selbst die Veränderung,
die Du Dir wünschst für diese Welt.
Mahatma Gandhi
Brief zum Herunterladen und Ausdrucken

Liebe Davids,

… was wieder und wieder gesagt werden muss, besonders jetzt zum bevorstehenden 26. Tschernobyl-Jahrestag am 26. April 2012:
Die atomare Katastrophe von Tschernobyl ist ein eindringlicher Weckruf an die Menschheit gewesen, einen uns selbst und unseren Heimatplaneten Erde zerstörenden Atom- und Wachstumskurs radikal zu korrigieren.

Die Atomkatastrophe von Tschernobyl hat uns deutlich gezeigt, dass Strahlen keine Grenzen kennen, eine Flucht deshalb unmöglich ist und wirksame medizinische Hilfe nicht zur Verfügung steht.

Eine Atomkatastrophe kann sich jederzeit auch bei uns wiederholen, z. B. auch in Ohu oder in Brok-dorf: Es wäre das Ende dieser Zivilisa-tion und damit aller unserer Lebenspläne und Zukunftswünsche. Gerade erst ist ein schwerer atomarer Störfall im Nachbarland Frankreich bekannt geworden.

Diese Warnung haben wir wieder und wieder, geradezu gebetsmühlenar-tig, wiederholt. Aber alle Appel-le an Einsicht und Vernunft, durch Gutachten und Statistiken belegt, haben zu nichts geführt. Erst als vor einem Jahr sich die nächste absehbare Atomkatastrophe, diesmal allerdings in Japan 10.000 km von uns entfernt, ereignete, wurde das schon nahezu erloschene Widerstandsfeuer bei uns so stark angefacht, dass, oh Wunder, die fest auf Atomkurs eingeschworene Atom-Kanzlerin Angela Merkel und Co. ein-knickte: Aus purer Angst vor Wählerver-lusten setzte sie sich an die Spitze der Ausstiegsbewegung - gemäß dem Motto von Franz Josef Strauß „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“.

Mit großer Mehrheit wurde ein Gesetz für eine Energiewende ver-abschiedet: Die acht ältesten, beson-ders Pannen anfälligen Atommeiler wurden im August 2011 endgültig vom Netz genommen, aber neun bleiben weiter, nach dem derzeitigen Stand bis längstens 2022, in Betrieb. Diese Atomkraftwerke produ-zieren weiter Atommüll, für den es weltweit keine Endlagerung gibt, sie verbrauchen Uran, das absehbar zu Ende geht, sie stellen eine dauerhafte Gefahr wegen der Fehleranfälligkeit im Normalbetrieb dar und sie bleiben eine attraktive Zielscheibe für jederzeit zu erwartende terroristische Anschläge.

Die von der Bundregierung propagierte Energiewende sieht auch den verstärkten Einsatz regenerativer Energien vor. Sie ist weltweit einzigartig, geht aber nicht weit genug. Es geht um viel Geld und Macht. Deshalb haben die Atom-Goliaths noch längst nicht aufgegeben. Die dramatische Reduzierung der Solar-stromförderung hat die bis dahin florierende Solarbranche in eine schwere Existenzkrise gebracht und gefährdet zudem die Erreichung der Klimaziele. Es bedarf wohl noch weitaus stärkerer Katastrophen, um die Macht der hoch bezahlten Energie-Lobby für die klimaschädlichen und gefahrenträchtigen fossilen
und atomaren Energien aufzubrechen. Wir tun noch immer nicht, was wir wissen.

Über die aufgezeigten Probleme hinaus, sollte der 26. Tschernobyl Jahrestag Anlass genug sein, über die wesentliche Frage nachzudenken, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen.

Der bekannt Weisheits-Spruch der Cree Indianer - „Erst, wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr fest stellen, dass man Geld nicht essen kann“ –
charakterisiert unsere bestehende Wachstums- (bis zum Tode), Konsum-, Vergnügungs- und Atom-Welt zutreffend. Es ist eine Welt der Spaltung, des rücksichtslosen Egoismus, der gnadenlosen Konkurrenz und der zerstörerischen Ausbeutung von Mensch, Natur und Umwelt, die von immer mehr Militär und Polizei immer weniger zusammengehalten werden kann, weil sie im Kern ungerecht, asozial und gewalttätig ist.

Diese Welt steht im krassen Gegensatz zu der tragenden Werteordnung unserer Gesellschaft aus Bergpredigt und Grundgesetz: Dort sind die Gebote der Nächsten-, Selbst-, Gottes- und sogar der Feindes-Liebe, die Goldene Regel (Behandele andere so, wie Du von ihnen behandelt werden willst) und der oberste Verfassungsgrundsatz, die Unantast-barkeit der Menschenwürde, festgeschrieben.

Aber eine andere Welt ist möglich: Eine Welt, in der die zuvor aufgeführten Werte ernst genommen und nicht als bestenfalls gut-gemeintes Sonntagsgeschwätz abgetan werden, eine Welt der Einheit aller mit-einander durch ein unsichtbares Band verbundener Lebewesen, in der der Mensch als „Krone der Schöp-fung“ seine Treuhänderfunktion gegenüber allen Mit-Geschöpfen und den nachfolgenden Generationen ernst nimmt, eine Welt des Mitgefühls, der Achtsamkeit, des Aus-gleichs, die von einer alles durchdrin-genden Liebesenergie gespeist und unsere einzige Erde kurz vor Torschluss doch noch zu einem Planeten der Hoffnung werden lässt.

Es ist dies die Vision einer von der Sonne, die in allen Kulturen für Einheit, Ganzheit, Göttlichkeit steht, durchdrungenen Welt, die sich durch unser aller, von Gottes Geist gesegnetem Bemühen zu einem “neu-en Himmel und einer neuen Erde“ weiterentwickeln kann.

Wir haben die Wahl – den Weg des Todes, der Gewalt, der Lüge, des Hasses weiterzugehen oder aufge-rüttelt durch Tschernobyl, Fukushima und die nicht länger zu übersehenden Prozesse einer umfassenden Erdreinigung durch die beängstigende Zunahme von Stürmen, Überschwem-mungen, Vulkanausbrüchen und Erdbeben den Weg des Lebens, der Sonne, der Liebe und des Ausgleichs zu gehen.

Wir treffen jeden Tag an der Ladenkasse, bei unseren Geldanlagen und unseren Wahlentscheidun-gen eine Entscheidung über diese alternativen Wege. Wir laden ein, mit uns den „Davidsweg der kleinen Schritte mit großer Perspektive“ gemeinsam weiter zu gehen, in eine licht- und hoffnungsvolle Zukunft.

Mit herzlichen und sonnigen Grüßen

Bernhard Fricke, Vorsitzender David gegen Goliath e.V.

Hinweis:
26.4. 2012, 16.05 h: Eins zu Eins. Der Talk in BR 2
Ursula Heller im Gespräch mit Bernhard Fricke zum 26. Tschernobyl-Jahrestag
(Wiederholung der Sendung Montag bis Donnerstag jeweils 22.05 h)



von: Maria Ernst

www.davidgegengoliath.de
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