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23.01.2012 / 15:52 | News
Geplante Gasbohrung am Langbürgner See - 10

Pressemitteilung vom 20.1.2012

Zweites Bürgerdialogtreffen mit RAG Austria in Prien am Chiemsee

-Bürgervertreter lehnen einhellig fünf alternative Standortvorschläge von RAG Austria ab, weil alle das nach wie vor gleiche Ziel haben, vermutete Erdgasvorräte unter dem ältesten bayerischen Naturschutzgebiet liegenden Langbürgner See zu fördern.

-unterbrochenes Genehmigungsverfahren beim Bergamt Süd bleibt weiter auf Eis

-ursprünglich für den 15.Februar 2012 geplanter Start der Bohrarbeiten wird sich, falls das Verfahren überhaupt angesichts anhaltender Bürgerproteste jemals wieder aufgenommen und positiv verbeschieden werden soll, um Monate bis in den Spätherbst nach Ende der Tourismussaison verzögern

-trotz gegensätzlicher Standpunkte wird der Bürgerdialog weiter fortgesetzt

„Wir haben den Vertretern von RAG Austria unmissverständlich klar gemacht, dass das Festhalten die Erdgasbohrpläne unterhalb dem im Naturschutzgebiet liegenden Langbürgner See keine Zustimmung finden wird. Es geht bei der geplanten Bohrung um eine nicht auszuschließende irreversible Gefährdung des Naturschutz- und gleichzeitig des Wasserschutzgebietes, welches das Trinkwasserreservoir für tausende Anwohner im Chiemgau ist. Sowohl bei dem Bohrvorgang selbst können z.B. durch geplatzte Rohrleitungen als auch bei der Förderung, der in großer Tiefe ruhenden Abfallstoffe, zu denen auch hochgiftiges Radium 226 oder Polonium 210 gehören können, irreversible Verschmutzungen verursacht werden. Die RAG Austria kann, trotz ihres anerkannten Expertenstatus bei Erdgasbohrungen keine verbindliche Garantie geben, dass die geplanten Erdgasbohrungen ohne Störfälle verlaufen werden“, so Bernhard Fricke, Vorsitzender der Umweltorganisation David gegen Goliath, die von Anfang an zusammen mit anderen Gruppen Widerstand gegen die Erdgasbohrpläne geleistet hat.

Fricke wies darauf hin, dass es im Herbst 2011 bei einer vergleichbaren Bohrung der RWE Dea in Völkersewn in Niedersachsen zu einem schweren Störfall gekommen ist als durch ein Leck 30 bis 40 Kubikmeter mit Benzol verseuchtes Wasser in das Erdreich und das Grundwasser eingedrungen sind.

An dem zweiten Bürgerdialogtreffen nahmen fünf Bürgervertreter, (u.a. Gerhard Kolbeck, Sepp Unterhauser, Richard Müller) und drei Vertreter von RAG Austria teil. Die Gespräche fanden trotz der deutlich gemachten Gegensätze in einer sehr sachlichen und persönlich angenehmen und achtungsvollen Atmosphäre statt. Jeder hatte Verständnis für die Haltung der jeweils anderen Gesprächspartner, aber auch dafür, dass es im Spannungsfeld zwischen unternehmerischer Tätigkeit mit legitimer Gewinnerwartung und Natur- und Wasserschutz so gut wie keinen Spielraum für Kompromisse geben kann.
Derzeit ruht das Genehmigungsverfahren beim zuständigen Bergamt Süd und wird erst nach einer unternehmerischen Entscheidung über den Standort wieder aufgenommen. Davon unabhängig nimmt das Petitionsverfahren beim bayerischen Landtag, gegen die geplante Erdgasbohrung am Langbürgner See, das bisher schon von über 4000 Personen unterzeichnet worden ist, seinen vorgeschriebenen Lauf.
Wie Fricke betonte, würde auch nach Einschätzung der RAG Austria, falls diese überhaupt das Verfahren wieder aufnehmen wird, sich der ursprünglich für den 15.Februar geplante Bohrstart um Monate bis in den Spätherbst verschieben.

„Wir haben den RAG Vertretern unsere nachdrückliche Bitte an den Firmenchef, Markus Mitteregger mitgegeben, dieses von Anfang an unter Natur- und Umweltschutzgesichtspunkten bedenkliche Erdgasprojekt am Langbürgner See aufzugeben und an anderer Stelle im Chiemgau nach Erdgas zu suchen. Gegen den entschiedenen Widerstand der Bevölkerung und aller politischen Gremien sei die Erdgasbohrung nach dem bestehenden extrem demokratiefeindlichen Bergrecht zwar vielleicht juristisch genehmigungsfähig, aber nicht durchsetzbar“, so Bernhard Fricke.

von: Maria Ernst

www.davidgegengoliath.de
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